Abhyanga – Ayurvedic Massage Therapy
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Abhyanga – Ayurvedische Massagetherapie

Ayurveda setzt auf Vorbeugung statt Heilung. Der im Rahmen der idealen Tagesroutine (Dincharya) beschriebene Lebensstil legt neben anderen präventiven Maßnahmen Wert auf Abhyanga (Massage). Massage umfasst verschiedene Berührungs- und Drucktechniken und kann tiefgreifende Veränderungen für Körper und Geist bewirken. Die ayurvedische Massage ist eine alte indische Kunstform, die diese Techniken zur Heilung, Entspannung und Behandlung von Beschwerden anwendet.

Geschichte

Die Massage gilt als eines der ältesten Heilsysteme. Ihre Geschichte reicht Jahrhunderte zurück und sie wurde in allen alten Kulturen praktiziert, darunter die indische, chinesische, griechische und römische. Die Anwendung der Massage zu Heilzwecken war in diesen Kulturen von großer Bedeutung, da sie eine der wenigen verfügbaren Behandlungsmethoden darstellte. In den altindischen Epen Ramayana und Mahabharata wird diese Therapie als Mittel zur Erhaltung der Gesundheit beschrieben. Das Kamasutra erwähnt die Massage neben anderen Vorspielpraktiken zur Steigerung der Vitalität und der sexuellen Anziehungskraft zwischen den Partnern.

Ayurvedische Massagemethoden

Die ayurvedische Massage ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Gesamtbehandlung. Ziel der ayurvedischen Massage ist es, die Ansammlung von Giftstoffen zu verhindern bzw. auszuscheiden und das Gleichgewicht der Energien Vata, Pitta und Kapha im Körper wiederherzustellen. Um dies zu erreichen, werden bei der ayurvedischen Massage verschiedene medizinische Öle und Kräuterpulver verwendet. Die Anwendung dieser Substanzen variiert je nach:

  • Die Bedürfnisse des Patienten (seine Konstitution, sein Alter, seine Psyche usw.)
  • Die Krankheit (das Ungleichgewicht der Doshas)

Anforderungen

  • Eine Massage sollte auf leeren Magen durchgeführt werden.
  • Es sollte niemals unmittelbar nach einer Mahlzeit verabreicht werden.
  • Der Massageraum sollte warm und entspannend sein, um Vata auszugleichen.
  • Eine Massage kann entweder auf einer Massageliege, die etwa hüfthoch ist, oder auf dem Boden durchgeführt werden. Die Liege sollte mit einem sauberen Tuch bedeckt sein, damit sich der Patient während der Massage wohlfühlt. Für andere Behandlungen wie Kopfmassagen oder das Auftropfen von Öl auf den Kopf ist eine spezielle Liege erforderlich, die das Abfließen des Massageöls vom Körper des Patienten erleichtert.
  • Der Masseur sollte gesund sein. Er sollte keine ansteckende Hautkrankheit haben und seine Fingernägel ordentlich geschnitten haben, damit sie den Patienten während der Massage nicht verletzen.
  • Das für die Massage verwendete Öl sollte warm sein; Aromastoffe können hinzugefügt werden.

Massage und die Körperkonstitution

Es gibt drei Doshas, die unsere Konstitution bestimmen: Vata, Pitta und Kapha. Wir bestehen aus einer Kombination dieser Doshas; ein Gleichgewicht der drei bedeutet gute Gesundheit. Sind sie aus dem Gleichgewicht geraten, können sie durch eine auf Ihre Konstitution abgestimmte Massage ganz oder teilweise wieder in Ihr natürliches Gleichgewicht gebracht werden.

Massage für Menschen mit Vata-Konstitution

Menschen mit Vata-Konstitution sind von Natur aus trocken und unbeständig. Daher empfiehlt sich eine Ölmassage morgens oder vor einem warmen Bad am Abend. Diese Art der Ölmassage pflegt trockene Haut und schützt die Gelenke. Da Vata-Typen sehr berührungsempfindlich sind, sollte warmes Öl verwendet werden. Sesamöl eignet sich besonders gut zur Linderung von Trockenheit, Kältegefühl, Steifheit und Schmerzen. Wichtige medizinische Öle sind: Dashmool Öl, Mahanarayan-Öl, Mahavishgarbha Öl etc. Für optimale Ergebnisse sollte ein Arzt konsultiert werden. Im Allgemeinen eignen sich für Menschen mit Vata-Konstitution Kräuter/Öle mit einer „wärmenden Wirkung“, wie zum Beispiel Ingwer, BasilikumKampfer, Jatamansi und Eukalyptus wird verwendet.

Massage für Menschen mit Pitta-Konstitution

Menschen mit Pitta-Konstitution haben einen schnellen Stoffwechsel und neigen zu Fieber und Entzündungskrankheiten. Ihre Haut ist empfindlich und neigt zu Ausschlägen und Entzündungen. Für diese Konstitution empfiehlt sich kühlendes Massageöl. Kokosnuss- und Sandelholzöl sind besonders geeignet. Beide Öle beruhigen den Geist und kühlen den Körper. Sonnenblumenöl ist hilfreich bei entzündeter Haut. Auch medizinische Öle können verwendet werden. Ätherische Öle wie Zitronengras, Lavendel, Jasmin und Sandelholz haben eine kühlende Wirkung.

Massage für Menschen mit Kapha-Konstitution

Diese Menschen haben dicke, fettige Haut. Sie benötigen Massagen, um ihre Durchblutung und den Lymphabfluss zu verbessern. Öl sollte bei dieser Konstitution möglichst vermieden werden. Für eine optimale Massage eignen sich pulverisierte Kräuter. Diese sind trocken und haben eine wärmende Wirkung. Alternativ kann auch eine kleine Menge Öl verwendet werden. Diese Öle sollten ebenfalls eine wärmende Wirkung haben, wie beispielsweise Senföl. SesamölDie Massage sollte kräftig und tiefenwirksam sein. Für Menschen mit Kapha-Konstitution eignen sich die ätherischen Öle Basilikum, Ingwer, Nelke und Eukalyptus für die Massage.

Leistungen

Die zusätzliche Freisetzung von Endorphinen aus dem Hypothalamus ist für die meisten körperlichen und psychischen Vorteile einer Massage verantwortlich. Massagetherapie verbessert die Funktion des Kreislauf-, Lymph-, Muskel-, Skelett- und Nervensystems und kann die Genesung nach Verletzungen und Krankheiten beschleunigen. Eine Massage umfasst Halten, Bewegen von Weichteilgewebe und/oder Ausüben von Druck auf den Körper. Im Folgenden sind die Vorteile verschiedener Massagearten aufgeführt:

  • Nährt den Körper Die Massage stärkt die Muskulatur und verbessert Ausdauer, Vitalität und Potenz. Sie regt die Verdauung an und fördert die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten wie Schweiß, Urin und Stuhl. Sie trägt zu einem längeren Leben bei, indem sie die Funktion lebenswichtiger Organe und Gewebe sowie die Lebensspanne verlängert. Zudem fördert sie einen erholsamen Schlaf, da körperliches und geistiges Wohlbefinden, Nährstoffaufnahme, Kraft, sexuelle Leistungsfähigkeit und Lernfähigkeit von einem guten Schlaf abhängen. Massagen sind ein wirksames Mittel, um einen tiefen Schlaf zu fördern.
  • Erhöht die Widerstandsfähigkeit der Haut Die Massage steigert die Widerstandsfähigkeit gegen körperlichen und seelischen Druck, Stress, Belastung, Kummer und Ängste. Sie verbessert die allgemeine Belastbarkeit und Geduld und bekämpft Müdigkeit – Erschöpfung durch alltägliche Arbeit, seelischen Stress und Überlastung kann durch regelmäßige Massagen gelindert werden.

Körperliche Vorteile

  • Hilft, Muskelverspannungen und -steifheit zu lösen, indem es angesammelte Milchsäure abbaut und so Müdigkeit reduziert. Fördert die schnellere Heilung von Muskelzerrungen und Bänderdehnungen, lindert Schmerzen und Schwellungen und verringert die Bildung von übermäßigem Narbengewebe.
  • Reduziert Muskelkrämpfe.
  • Bietet mehr Gelenkflexibilität und Bewegungsfreiheit.
  • Verbessert die sportliche Leistung.
  • Fördert eine tiefere und leichtere Atmung.
  • Verbessert die Durchblutung und den Lymphfluss.
  • Senkt den Blutdruck.
  • Hilft bei der Linderung von Spannungskopfschmerzen.
  • Auswirkungen von Augenbelastung.
  • Verbessert die Gesundheit und Pflege der Haut.
  • Verbessert die Körperhaltung.
  • Steigert die Produktion weißer Blutkörperchen – bessere Immunität.
  • Stimuliert die Produktion von Synovialflüssigkeit.
  • Unterstützt den venösen Rückfluss zum Herzen und verringert die Belastung.

Medizinische Leistungen

  • Hilft dabei, mentalen Stress abzubauen.
  • Verbessert die Fähigkeit, Stresssignale zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
  • Fördert die Fähigkeit zu ruhigem Denken und Kreativität.
  • Befriedigt das Bedürfnis nach fürsorglicher, nährender Berührung.
  • Erzeugt ein Gefühl des Wohlbefindens.
  • Reduziert Angstzustände.
  • Steigert das Bewusstsein für die Verbindung zwischen Geist und Körper.

Medizinische Indikationen

Viele Menschen empfinden therapeutische Massagen als hilfreich bei einer Vielzahl von Erkrankungen, darunter:

  • Chronische Schmerzen
  • Kreislaufprobleme
  • Depression
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Angst und Stress
  • Arthritis
  • Asthma und Bronchitis
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Schultersteife
  • Sinusitis
  • Sportverletzungen

Massagetherapie kann schwache, inaktive Muskeln stimulieren und so den durch Krankheit oder Verletzung bedingten Bewegungsmangel teilweise ausgleichen. Sie kann außerdem die Genesung nach Belastung oder Verletzung beschleunigen und zu einer vollständigeren Genesung beitragen. Kontraindikationen: In manchen Fällen, z. B. bei folgenden Erkrankungen, ist eine therapeutische Massage möglicherweise nicht empfehlenswert:

  • Akute Fieber
  • Erkrankungen mit Amatoxinen und Anorexie
  • Akute Entzündung
  • Infektionskrankheiten
  • Bestimmte Krebsarten
  • Bestimmte Hauterkrankungen
  • Bestimmte Herzprobleme
  • Diabetes – nur Trockenmassagen

Wenn Sie an einer dieser oder einer anderen diagnostizierten Erkrankung leiden, sollten Sie vor einer Massage immer Ihren Arzt konsultieren.

Forschung

Die Erforschung der Wirkungen von Massagetherapie wird seit über 120 Jahren betrieben. Ein Forschungsboom in den letzten 20 Jahren hat zu mehr als 2.500 veröffentlichten Studien geführt.

Zu den wichtigsten Forschungsergebnissen gehören:

  • Massagen erhöhen die Aktivität der körpereigenen „Killerzellen“ und stärken so das Immunsystem.
  • Büroangestellte, die regelmäßig massiert wurden, waren aufmerksamer, erbrachten bessere Leistungen und waren weniger gestresst als diejenigen, die keine Massagen erhielten.
  • Massagetherapie linderte Angstzustände, Verspannungen, Depressionen, Schmerzen und Juckreiz bei Brandverletzten. Patienten nach Bauchoperationen erholten sich nach einer Massage schneller. Frühgeborene, die massiert wurden, nahmen mehr an Gewicht zu und entwickelten sich besser als unbehandelte. Autistische Kinder zeigten nach einer Massagetherapie weniger Verhaltensauffälligkeiten.
  • Hilft Frühgeborenen, schnell an Gewicht zuzunehmen.

Wir haben festgestellt, dass die Abhyanga-Massage eine sehr wirksame, sanfte und individuelle Methode zur Gesundheitsförderung darstellt und die natürlichen Selbstheilungskräfte unterstützt. Man kann sie leicht in den Alltag integrieren, beispielsweise wöchentlich oder als kurze Massage vor dem Duschen, und so von den genannten Vorteilen profitieren.

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