Kannst du deine innere Stimme hören?
Auf dem spirituellen Weg wurde viel über die „leise Stimme“ oder „innere Stimme“ geschrieben, die im Ayurveda als „Selbst“ oder „Wahres Selbst“ beschrieben wird. In gewisser Weise ähneln diese inneren Botschaften den Textnachrichten, die wir von Freunden und Familie erhalten. Ein Unterschied besteht darin, dass man kein iPhone oder Android-Smartphone benötigt, um eine innere Botschaft zu empfangen; diese Eingebungen sind ständig präsent. Ja, jeder von uns kann sich auf solche inneren Botschaften einstimmen. Es ist hilfreich, sich daran zu erinnern, dass die Sprache des Selbst unendlich vielfältig ist und die Form von Worten, Zeichen, Signalen, Botschaften von Fremden, Kindern, Hunden, Katzen, Kollegen, Visionen, Impulsen oder starken intuitiven Gefühlen annehmen kann, die unsere Aufmerksamkeit erregen wollen. Die Frage ist: Hört uns jemand zu? Achten wir darauf? Ignorieren wir solche Botschaften? Woher wissen wir, ob es sich tatsächlich um die Stimme des inneren Selbst handelt? Was lenkt uns ab oder steht uns im Weg?
Ayurveda hilft uns, die Wahrheit über unser wahres Selbst zu entdecken. Seine Praktiken unterstützen uns dabei, auf allen Ebenen unseres Seins Balance zu finden, sodass wir uns wieder an unser wahres Selbst erinnern und zu einem inneren Gefühl der Ganzheit zurückfinden können. Heilung bedeutet im Ayurveda, die Erinnerung an das eigene Selbst, die eigene Ganzheit, wiederzuerlangen – nicht durch das Reparieren von Bruchstücken. Emotionen wie Traurigkeit, Kummer, Angst, Sorgen und Furcht können uns überwältigen und uns den Zugang zu unserer inneren Führung versperren. Wenn unsere Gedanken rasen oder wir uns in einem Zustand starken Stresses befinden, fällt es uns umso schwerer, auf die innere Stimme unseres Selbst zu hören.
Deshalb sind Meditation, Gebet und Yoga, die unseren Glauben, unsere Kraft und sogar unseren Humor stärken, so wichtig. Leben wir in einem Zustand der Ablenkung, sind wir blind für die Wunder des Lebens, insbesondere für die unzähligen Arten, wie sich Gnade und Liebe in unserem Alltag zeigen. Liebe und Gelassenheit sind wahrhaftig immer gegenwärtig. Unsere Aufgabe ist es, uns darauf einzulassen, die Liebe zu hören und Schönheit und Gelassenheit wahrzunehmen.
Im Zentrum des Ayurveda steht die Meditation. Sie ist wie kaum eine andere Praxis ein Weg, die innere Stimme zu vernehmen und den Gedankenstrom, die Urteile und die Unruhe des Geistes zu durchdringen. Doch manchmal äußert sich die Meditation nicht in innerer Ruhe, sondern in Begeisterung.
Im Sanskrit bedeutet das Wort „spanda“ Schwingung oder Pulsieren – und ist ein kosmischer Impuls, der aus dem Herzen entspringt. Ein „spanda“ kann neue Türen öffnen, uns aus Trägheit und Lethargie in ein bewussteres Dasein führen. Es war ein „spanda“, das mich zum Marma-Training brachte. Es war ein „spanda“, das mich zum Malen und zur Arbeit mit Farbe und Heilung inspirierte. Allzu oft warten wir auf ein gewaltiges Zeichen des Universums, dabei kann das Zeichen so einfach sein wie ein freudiger Impuls, wie ein Kind, das spontan aufspringt und hüpft oder springt.
Hier sind drei einfache Wege, um Zugang zu deiner inneren Stimme zu finden und Spanda oder einen inneren Bewusstseinsblitz zu erleben:
- 1. Innehalten – ein kurzer, kurzer Stopp kann hilfreich sein, bevor wir sprechen oder eine Entscheidung treffen. Üben Sie sich in Geduld und wählen Sie im richtigen Moment, anstatt überhastet zu handeln. Erkennen Sie, dass Grübeln und Sorgen Ihre Klarheit trüben können. Befreien Sie Ihren Geist von der Last des ständigen Nachdenkens.
- 2. Der Atem ist immer ein guter Begleiter. Schon das leise Rauschen des eigenen Atems ist ein wunderbarer Weg zur inneren Ruhe. Versuche beim Einatmen, deinem Gegenüber in die Augen zu schauen, ihn wirklich wahrzunehmen und dich selbst sehen zu lassen.
- 3. Vertraue deinem Körper und lerne seine Signale kennen. Müdigkeit, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen oder Überforderung brauchen vielleicht einfach nur deine aufmerksame und mitfühlende Beobachtung. Auf dein Bauchgefühl zu hören, anstatt auf deinen Verstand, ist immer eine gute Angewohnheit.
Es erfordert Vertrauen und Mut, auf das innere Selbst zu hören – auf die Führung und den Fluss, die ganz natürlich in uns vorhanden sind. Dein inneres Bewusstsein ruft dich zurück zu dieser größten Quelle innerer Weisheit.
Schlagwörter: Selbstfürsorge
