Laut einer der maßgeblichsten Abhandlungen des Ayurveda, der Charak Samhita, bildet das Wissen um Trisutra – 'Hetu' (Krankheitsursache), 'Linga' (Krankheitszeichen und -symptome) und 'Aushadha' (Wissen über Therapie, Behandlungen und Medikamente) – das Grundgerüst des Ayurveda.
Der Zweig des Ayurveda, der sich mit der Identifizierung, Sammlung, Zubereitung, Verarbeitung und Anwendung von Aushadhais befasst, wird als „Bhisajya Kalpana“ bezeichnet. „Bheshaja“ ist die Substanz, die Schmerzen lindern oder den Schweregrad der Krankheit mildern kann, und „Kalpana“ bedeutet Planung.
In der ayurvedischen Therapie werden Arzneimittel sowohl in ihrer Rohform als auch in verschiedenen Zubereitungen verwendet. Das Konzept von Kalpana beschreibt die Zubereitung von Arzneimitteln, die nicht nur frei von physikalischen und chemischen Verunreinigungen, sondern auch wirksamer, leichter anzuwenden und besser verträglich für den Patienten sind.
Die ayurvedischen Rezepturen basieren hauptsächlich auf Panchavidha Kashaya Kalpana – den fünf Grundprinzipien der Zubereitung von pflanzlichen Arzneimitteln. Diese sind „Swarasa“ (ausgepresste Säfte), „Kalka“ (Paste), „Kwatha“ (Abkochung), „Hima“ (Kaltaufguss) und „Phanta“ (Heißaufguss).
Darüber hinaus gibt es auch andere medizinische Zubereitungen, wie zum Beispiel 'Sneha Kalpana' (fettige Zubereitungen wie medizinische Öle und Ghrita), 'Sandhana Kalpana' (fermentierte Zubereitungen wie Asava und Arista) usw.
Panchavidha Kashaya Kalpana (Die fünf Grundprinzipien für die Zubereitung von pflanzlichen Arzneimitteln)
Swarasa (Ausgepresste Säfte):
Der aus Kräutern gewonnene Saft heißt Swarasa. Swarasa wird aus frisch geernteten Kräutern hergestellt. Zur Zubereitung von Swarasa können verschiedene Pflanzenteile wie Blätter, Früchte, Stängel oder sogar die ganze Pflanze verwendet werden.
Die frischen Kräuter werden gründlich gereinigt und zerstoßen. Die entstandene Paste wird zu einem Ballen geformt, durch ein Tuch gepresst und der ausgepresste Saft in einem sauberen Gefäß aufgefangen. Er sollte sofort verwendet werden. Frischer Kräutersaft wird vom Körper leicht aufgenommen und entfaltet seine maximale Wirkung in relativ kurzer Zeit.
Klassische Werke beschreiben verschiedene Methoden zur Saftgewinnung aus Pflanzen, die möglicherweise nicht genügend Feuchtigkeit enthalten, um durch mechanischen Druck extrahiert zu werden. Für solche Pflanzen werden spezifische Anweisungen gegeben, wie z. B. das Einweichen über Nacht in Wasser oder das Pulverisieren des Krauts und anschließendes Hinzufügen von Wasser zur Saftgewinnung oder ein spezielles Verfahren wie „Putpaka“.
Putpaka ist ein Verfahren, bei dem Pflanzenmaterial zu einer feinen Paste vermahlen, zu einem Teigklumpen geformt und anschließend in Blätter gewickelt wird. Diese Blätter werden dann mit einer dicken Schicht Lehm bedeckt. Der Teigklumpen wird anschließend in einer offenen Feuerstelle stark erhitzt, bis er rotglühend ist. Danach wird er aus der Feuerstelle genommen und abkühlen gelassen.
Der Brei wird entnommen und anschließend mechanisch ausgepresst, um den Saft zu gewinnen. Auf diese Weise wird der Saft von Vasa-Blättern (Adhatoda vasica) gewonnen. Die Dosis von Swarasa zur innerlichen Anwendung beträgt 20–40 ml. Beispielsweise kann frischer Saft von Tulsi-Blättern (heiliges Basilikum) zubereitet und zusammen mit Honig bei Erkältung, Husten und verstopfter Nase innerlich eingenommen werden.
Kalka oder Churna (Paste oder Pulver):
Frische oder getrocknete Drogen werden durch Verreiben auf einem Stein mit etwas Wasser zu einer Paste verarbeitet. Zuvor werden sie mit Wasser gereinigt. Getrocknete Drogen werden zunächst pulverisiert, durch ein Tuch gefiltert und anschließend mit ausreichend Wasser vermischt. Danach werden sie in einem Mörser zu einer Paste verrieben. Üblicherweise verwendet man ein Teil Kraut und zwei Teile Wasser. Frische Drogen werden zunächst fein gehackt, zerstoßen und in einem Mörser zu einer feinen Paste zerrieben.
Kalka kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.
Die Dosis zur innerlichen Anwendung beträgt 5-10 g. Beispielsweise kann eine Paste aus Neem zubereitet und bei Wurmbefall im Darm verabreicht werden.
<<Entdecken Sie unsere sorgfältig zusammengestellte Kollektion authentischer Ayurveda Kräuter HIER>>
Kwatha (Abkochung):
Kwatha wird zubereitet, indem man 1 Teil Kräuter mit 16 Teilen Wasser in einem offenen Gefäß bei schwacher Hitze kocht, bis die Flüssigkeit auf ein Achtel der ursprünglichen Menge reduziert ist. Die Wassermenge kann das Vier-, Acht- oder Sechzehnfache der Menge des ausgewählten Pflanzenteils betragen.
Die benötigte Wassermenge variiert je nach Härte des verwendeten Materials. So kann sie bei weichen Kräutern (Kräuter, deren Blätter und Blüten verwendet werden) einfach das Vierfache betragen, bei mittelhartem Material (einschließlich weicher Pflanzenrinde, Wurzeln von Sträuchern und Pflanzen, weichen Wurzeln, Knollen und mittelharten Knollen) das Achtfache, während sie bei sehr hartem Pflanzenmaterial (harte Baumrinde, Wurzelrinde von Bäumen und Kletterpflanzen) das Sechzehnfache beträgt.
Dekokte bilden die Grundlage für verschiedene ayurvedische Zubereitungen wie Asava, Arishta, Öle, Pillen, Awaleha (Marmelade) usw. Dekokte werden innerlich zum Trinken oder für medizinische Einläufe oder äußerlich als Augenspülung verwendet.
Die Dosis zur innerlichen Anwendung beträgt 40 ml. Beispielsweise kann ein Absud aus Dashmool (Wurzel aus zehn Kräutern) zubereitet und eingenommen werden, um die Kräfte wiederzuerlangen, Schmerzen zu lindern usw.
Hima (Kaltaufguss):
Hima ist ein Kaltaufguss von duftenden oder kühlenden Kräutern, der bei Pitta-Störungen eingesetzt wird. Duftende Kräuter können beim Erhitzen ihre Wirkstoffe verlieren; daher wird für solche Arzneimittel Himakalpa verwendet, mit dem die Wirkstoffe als Kaltaufguss gewonnen werden können. Ein Teil der Heilpflanze wird in drei Teilen Wasser für vier bis sechs Stunden eingeweicht, anschließend gefiltert und eingenommen.
Die Dosis zur innerlichen Anwendung beträgt 40 ml. Beispielsweise kann ein kalter Korianderaufguss zubereitet und zur Linderung von Brennen und anderen Pitta-Störungen eingenommen werden. Alternativ kann Sarivadi Hima auch zur Pitta-Reduktion eingesetzt werden.
<<Entdecken Sie HIER die besten ayurvedischen Tabletten und Kapseln für die natürliche Heilung.>>
Phanta (Heißaufguss):
Phanta ist ein heißer Aufguss aus Kräutern, der bei Kapha- und Vata-Störungen eingesetzt wird. Zuerst wird Wasser aufgekocht, dann die entsprechende Menge grob pulverisierter Kräuter hineingegeben und das Gefäß vom Herd genommen. Sobald der Aufguss auf Raumtemperatur abgekühlt ist, wird er mit den Händen verrieben, durch ein Tuch gefiltert und eingenommen. Der heiße Aufguss ist wohltuend bei Kapha- und Vata-Störungen.
Eine Dosis Phanta beträgt 40 ml. Kräutertees sind Beispiele für Phanta. e.g. Ingwertee. Panchakola Phanta oder Sudarshan Phanta ist ein weiteres Beispiel für Phanta, das bei Fieber verabreicht wird.
