Was ist Ajowan (Trachyspermum Ammi)?
Seit jeher werden Pflanzen als Heilmittel eingesetzt. Sie enthalten eine Reihe bioaktiver Substanzen, die Krankheiten behandeln können. Yavani ist eine dieser Heilpflanzen mit medizinischen Eigenschaften. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und trägt den wissenschaftlichen Namen Trachyspermum ammi.
In halbtrockenen oder trockenen Regionen mit salzreichen Böden gedeiht Yavani prächtig. Diese mehrjährige, krautige Pflanze wächst jedes Jahr. Sie hat mehrere Zweige und einen stark gestreiften Stängel. Die Blätter stehen in zwei bis drei Zwischenräumen und sind in gerade, gefiederte Segmente unterteilt.
Es gibt eine stängelumschließende Dolde mit blütenstandsähnlichen Merkmalen. Die Dolde besteht aus 16 Döldchen. Zusätzlich zu den 16 Döldchen gibt es 16 Einzelblüten. Die winzigen, weißen Blüten sind radiärsymmetrisch. Ihre zweilappigen Blütenblätter ersetzen die Staubblätter. Jede Blüte besitzt fünf Blütenblätter und Staubblätter.
Der Fruchtknoten der Pflanze liegt unterständig und trägt eine knopfartige Narbe. Die Pflanzen bilden eiförmige bis herzförmige Früchte mit einem stabilen Griffel und einem duftenden Fruchtfleisch. Diese sind graubraun.
Die Früchte bestehen aus zwei abgeflachten Teilfrüchten von 1,7 mm Breite und 2 mm Länge. Jede Teilfrucht weist sechs Vittae und fünf deutlich erkennbare Rippen auf. Ihre röhrenförmige Oberfläche deutet auf das Vorhandensein nur eines Samens hin.
Wozu wird Ajwain im Ayurveda verwendet?
Die in Ägypten heimische Heilpflanze heißt Yavani. Yavani ist auch unter anderen gebräuchlichen Namen wie Ajwain, Bischofskraut, Ajowan und weiteren bekannt. Diese Heilpflanze ist weltweit verbreitet. Ihr Sanskrit-Name ist Yavani, und sie wird in Indien seit Jahrhunderten verwendet. Im Ayurveda wird ihr eine ausgleichende Wirkung auf Vata und Kapha zugeschrieben. Sie soll zudem Pitta erhöhen. Da jeder Teil der Pflanze Wirkstoffe enthält, die Krankheiten behandeln können, wird die gesamte Pflanze zur Behandlung von Beschwerden eingesetzt.
Die Wurzeln der Pflanze wirken harntreibend. Die Samen besitzen aphrodisierende, antimikrobielle, fungizide und klumpenhemmende Eigenschaften. Zudem können sie Atemwegserkrankungen, Magen-Darm-Infektionen und Appetitlosigkeit lindern. Die Früchte der Pflanze eignen sich aufgrund ihrer krampflösenden, anregenden und blähungstreibenden Wirkung auch zur Behandlung von Hämorrhoiden und anderen Magen-Darm-Beschwerden. Aufgrund der in den verschiedenen Pflanzenteilen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe kann die Pflanze Krankheiten heilen.
Die Samen der Pflanze sind reich an Mineralstoffen wie Kalzium, Kobalt, Mangan, Kupfer, Eisen, Phosphor und weiteren. Sie enthalten außerdem Flavonoide, Saponine, Tannine, Glykoside, Lipide, Ballaststoffe, Proteine und Kohlenhydrate. Darüber hinaus sind Vitamine wie der Vitamin-B-Komplex, Vitamin C und andere enthalten. Das ätherische Öl der Pflanze enthält eine Reihe wichtiger Wirkstoffe.
Die Orte, an denen das ätherische Öl produziert und gefunden wird, können seine chemische Zusammensetzung beeinflussen.
Ätherische Öle enthalten im Durchschnitt etwa 26 verschiedene Verbindungen, darunter den Hauptbestandteil Thymol sowie Ölsäure, Linolsäure, p-Cymol, β-Pinen, γ-Terpinen, Terpinen-4-ol, Palmitinsäure und Xylol. Acht verschiedene Verbindungen, wie Thymol, p-Cymol, γ-Terpinen, β-Pinen, Limonen, & Weitere Stoffe sind im hydrodestillierten Öl enthalten. Carvacrol, Thymol, p-Cymol, Dipenten, Terpenin und γ-Terpinen sind alle in den Früchten der Pflanze vorhanden.
Einstufung:
- Reich: Pflanzen
- Unterreich: Tracheobionota
- Spezies: Ammi
- Abteilung: Bedecktsamer
- Ordnung: Apiales
- Klasse: Magnoliopsida
- Unterklasse: Rosidae
- Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
- Gattung: Trachyspermum
Lebensraum:
Sie wird vorwiegend in trockenen oder halbtrockenen Regionen angebaut. Ursprünglich stammt sie aus Ägypten. Heute gedeiht sie in Ländern wie dem Iran (insbesondere in den östlichen Gebieten Belutschistans), Pakistan, Irak, Afghanistan und Indien. In Indien wird sie unter anderem in den Bundesstaaten Rajasthan, Westbengalen, Maharashtra, Gujarat, Punjab, Bihar, Uttar Pradesh und Madhya Pradesh kultiviert.
Andere Bezeichnungen:
- Sanskrit-Name – Bhutika, Ajamodika, Yamini, Yaminiki, Yaviniki, Deepyaka,
- Englischer Name - Bischofskraut, Carom-Samen
- Oriya-Name – Juani
- Hindi-Name - Ajwain, Jevain
- Marathi-Name - Onva
- Kannada-Name - Oma, Yom, Omu
- Tamilischer Name - Omam
- Gujarati-Name – Ajma, Ajmo, Yavan, Javain
- Telugu-Name - Vamu
- Punjabi-Name – Jabain, Ajvain, Ajowan
- Bengalischer Name – Yamani, Yoyana, Yauvan, Yavan, Javan
- Malayalam-Name – Oman, Ayanodakan
- Ungarischer Name - Ajovan
- Russischer Name - Aiova, Azhgon
- Assamesischer Name - Jain
- Name Süd-Khorasan - Ajgho
- Belutschischer Name - Ajowan und Spirca
- Niederländischer Name - Ajowan
- Persischer Name - Nanakhaha
- Name aus Malaysia - Oman
- Französischer Name – Ajowan, Ajouan, Ammi
- Arabischer Name - Khella, Kamme Muluki, Kyunulmuluki
- Persischer Name - Nankhah, Zenian, Khordaneh,
- Deutscher Name – Ajowan, Adiowan
- Thailändischer Name - Phak chi
Ayurvedische Eigenschaften:
| Besondere | Hindi/Sanskrit | Englisch |
| Rasa (Geschmack) | Tikta, Katu | Bitter, scharf |
| Guna (Physikalische Eigenschaften) | Teekshna, Laghu, Ruksha | Scharf, leicht, trocken |
| Virya (Potenz) | Ushna | Heiß |
| Vipaka (Nachverdauungsgeschmack) | Katu | Scharf |
Auswirkungen auf die Doshas:
Es unterstützt die Aufrechterhaltung von Kapha und Vata. Es stärkt Pitta.
Klassische Kategorisierung:
| Charaka Samhita | Sushrut Samhita |
| Shulaprashamana – Kräuter zur Linderung von Schmerzen und Koliken | - |
Praktische Anwendungen:
I. Schmerzlindernde Wirkung:
Dieses Kraut, das zur Opioidklasse gehört, weist vorteilhafte schmerzlindernde Wirkungen auf.
II. Antimikrobielle Aktivität:
Der Methanolextrakt der Pflanze zeigt eine starke Wirkung gegen grampositive und gramnegative Mikroorganismen, beispielsweise gegen multiresistente Salmonella typhi. Das in Pflanzen vorkommende Thymol hemmt die mikrobielle Aktivität.
III. Krampflösende und leberschützende Wirkung:
Die in der Pflanze enthaltenen Chemikalien beeinflussen die Kalziumkanäle, indem sie diese blockieren. Durch die Normalisierung der Leberenzymwerte zeigt die Pflanze leberschützende Eigenschaften.
IV. Entzündungshemmende Wirkung:
Die Samen der Pflanze besitzen entzündungshemmende Eigenschaften.
V. Gastrointestinale Effekte:
Die Früchte haben eine positive Wirkung auf Magengeschwüre und Bauchschmerzen.
VI. Proteaseaktivität:
Es wirkt als Verdauungstonikum und ist erfolgreich bei der Behandlung von Magen- und Dünndarmproblemen.
VII. Anti-Tussive Wirkung:
Die Pflanze hat einen Einfluss auf das Hustenproblem.
VIII. Thrombozytenaggregationshemmende Wirkung:
Die Thrombozytenaggregation wird durch den Trockenextrakt von Yavani-Samen gehemmt.
IX. Antifilarien-Aktivität:
Fruchtextrakte in Methanol zeigen Aktivität gegen adulte Setaria digitata-Würmer, humane Filarien und mehr.
X. Antihyperlipidämische Wirkung:
Das Kraut ist bei Hyperlipidämie sehr wirksam.
XI. Antifertilitätswirkungen:
Fruchtextrakte reduzieren die Fruchtbarkeit signifikant, und zwar dosisabhängig.
XII. Bronchodilatatorische Wirkung:
Die bronchienerweiternde Wirkung der Pflanze auf die Atemwege von Asthmatikern wird anhand eines gekochten Extrakts demonstriert.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten:
- Gelenkschmerzen können durch das Öl der Pflanze gelindert werden. Auch Wunden wurden damit behandelt.
- Zur Behandlung von Beschwerden wie Blähungen, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen wird das Pflanzenwasser destilliert.
Verwendete Teile:
Samen, Früchte
Dosierung:
- Destilliert – 5 bis 10 Tropfen
- Früchte – 1 bis 3 Gramm
- Öl – 1 bis 3 Tropfen
